Trockene Haut? Diese Tipps helfen wirklich – und das ist dermatologisch wichtig

Veröffentlicht: 30. Dezember 2025
trockene Haut

Wenn sich die Haut rau, spröde oder schuppig anfühlt, ist das mehr als nur ein kosmetisches Problem. Trockene Haut ist häufig ein Zeichen dafür, dass die natürliche Hautbarriere aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Das kann sich harmlos anfühlen – aber unbehandelt auch zu Entzündungen, Juckreiz oder chronischen Hautveränderungen führen.

Gerade im Winter, wenn trockene Heizungsluft und eisige Temperaturen zusammentreffen, haben viele Menschen mit trockener Haut zu kämpfen. Doch was genau passiert da – und was hilft wirklich?

Warum wird die Haut überhaupt trocken?

Unsere Haut ist mehrschichtig aufgebaut. Die äußerste Schicht – das Stratum corneum – besteht aus Hornzellen, die in eine Mischung aus Lipiden, Ceramiden und natürlichen Feuchthaltefaktoren (NMFs) eingebettet sind. Diese sogenannte Hydrolipidbarriere schützt uns vor dem Austrocknen und hält Reizstoffe fern.

Wird diese Barriere gestört, etwa durch falsche Pflege, Umwelteinflüsse oder Hautkrankheiten – verliert die Haut vermehrt Wasser. Das macht sie anfälliger für Reizungen, Juckreiz und Entzündungen.

Ursachen für trockene Haut können sein:

  • Kälte & Heizungsluft: Verringern die Luftfeuchtigkeit, was die Hautfeuchte reduziert.
  • Häufiges oder heißes Duschen: Entfernt Lipide, die für die Hautbarriere essenziell sind.
  • Unpassende Kosmetik: Produkte mit Alkohol, Duftstoffen oder aggressiven Tensiden greifen die Haut zusätzlich an. Aber auch Vitamin-C und Retinoide können die Haut im Winter verstärkt reizen. 
  • Genetische Veranlagung: Manche Menschen haben von Natur aus weniger Talgproduktion – oder eine gestörte Barrierefunktion.
  • Hautalterung: Ab etwa 30 sinkt die Talgproduktion – trockene Haut wird im Alter häufiger.
  • Hauterkrankungen: Neurodermitis, Psoriasis, Ichthyosen oder Ekzeme gehen oft mit ausgeprägter Trockenheit einher.

Was hilft gegen trockene Haut? – Unsere besten Tipps aus dermatologischer Sicht

1. Die richtige Reinigung: Weniger ist mehr

  • Verwenden Sie pH-hautneutrale, seifenfreie Syndets.
  • Vermeiden Sie heißes Wasser und schäumende Produkte.
  • Max. 1x täglich duschen – und möglichst kurz.

2. Cremen, und zwar zur richtigen Zeit

  • Nach dem Duschen: Innerhalb von 5 Minuten cremen – das bindet die Restfeuchte in der Haut.
  • Verwenden Sie reichhaltige Cremes oder Lotionen mit hohem Fett- und Feuchtigkeitsgehalt.

3. Auf die Wirkstoffe kommt es an

Besonders empfehlenswerte Inhaltsstoffe:

  • Urea (Harnstoff) zählt zu den effektivsten Feuchtigkeitsbindern in der Hautpflege. In niedrigeren Konzentrationen (z. B. 2–5 %) spendet er intensiv Feuchtigkeit, in höheren Konzentrationen wirkt er zusätzlich keratolytisch, also leicht schälend – ideal bei sehr trockener oder schuppiger Haut.
    Allerdings gilt: Etwa 5–10 % der Menschen reagieren auf gängige Urea-Konzentrationen (z. B. 5–10 %) mit Juckreiz oder Hautreizungen. In solchen Fällen kann eine Reduktion auf 2–5 % helfen. Führt auch das nicht zur Besserung, lohnt sich ein Umstieg auf andere hautstärkende Wirkstoffe wie Ceramide oder 
  • Glycerin, die die Hautbarriere sanft unterstützen – ohne irritierend zu wirken.
  • Glycerin: Hydratisiert die Haut, schützt vor Austrocknung.
  • Ceramide: Füllen „Lücken“ in der Hautbarriere, stärken den natürlichen Lipidfilm.
  • Panthenol: Beruhigt gereizte Haut, wirkt regenerierend.
  • Squalan, Sheabutter, Nachtkerzenöl: Lipidreich, reizarm, für trockene und reife Haut geeignet.

 

→ Wichtig: Die Wahl des Produkts sollte sich nach dem Hautzustand richten – nicht jede Creme passt zu jeder Haut.

4. Umweltfaktoren beachten

  • Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen (z. B. durch Luftbefeuchter oder regelmäßiges Stoßlüften).
  • Kleidung aus Baumwolle statt Wolle oder Kunstfaser direkt auf der Haut tragen.
  • Kälte: Gesicht und Hände im Winter gut schützen, z. B. mit fetthaltigerer Pflege (Wasser-in-Öl-Emulsionen).
  • Den Sonnenschutz auch im Winter nicht vernachlässigen

 5. Von innen unterstützen

  • Genügend trinken – auch wenn die Wirkung auf die Haut indirekt ist, ein ausgeglichener Wasserhaushalt hilft.
  • Ernährung mit ungesättigten Fettsäuren (z. B. aus Nüssen, Avocados, Fisch) kann die Hautgesundheit unterstützen.

Wann sollte man mit trockener Haut zum Hautarzt?

Nicht jede trockene Haut ist behandlungsbedürftig – aber in manchen Fällen kann eine Dermatose oder chronische Erkrankung dahinterstecken.

Sie sollten ärztlichen Rat einholen, wenn:

  • Ihre Haut trotz Pflege anhaltend rau, rissig oder entzündet ist.
  • Juckreiz, Schuppung oder Nässen hinzukommen.
  • Verdacht auf Neurodermitis, Psoriasis oder Kontaktekzeme besteht.
  • Kinder betroffen sind (v. a. im Gesicht, an Armen oder Beinen).
  • Die Haut sich sichtbar verändert, schmerzhaft wird oder Sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren.

 

Sie haben trockene Haut oder möchten eine schnelle Empfehlung?
Dann nutzen Sie gerne unsere digitale Sprechstunde auf unserer Website – für eine unkomplizierte Ersteinschätzung oder einen schnellen Tipp vom Facharztteam.

In der Hautarztpraxis selbst können wir je nach Bedarf gezielt weiterhelfen – etwa mit individuellen Pflegeempfehlungen, speziellen Rezepturen oder – wenn nötig – auch mit Kortisonpräparaten oder weiteren diagnostischen Schritten wie Allergietests.

Fazit: Die Haut braucht Schutz – und ein bisschen Aufmerksamkeit

Trockene Haut ist lästig, aber meist gut behandelbar. Entscheidend ist, die Hautbarriere gezielt zu unterstützen – durch milde Reinigung, passende Wirkstoffe und eine Pflege, die zur Jahreszeit und zum Hauttyp passt.

Und: Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihre Haut verschlechtert oder nicht mehr regeneriert – holen Sie sich frühzeitig Rat.

Wir beraten Sie gern individuell – und finden gemeinsam die richtige Pflege für Ihre Haut.

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Dr. med.

Max Tischler

Facharzt für Dermatologie + Allergologie