Infusionstherapie – wann sie sinnvoll ist und was sie leisten kann

Veröffentlicht: 3. Februar 2026
Infusionstherapie

Erschöpfung, nachlassende Konzentration oder das Gefühl, „nicht mehr richtig leistungsfähig“ zu sein, gehören für viele Menschen zum Alltag. Neben klassischen Empfehlungen wie Schlaf, Ernährung und Bewegung wird in diesem Zusammenhang zunehmend über Infusionstherapien gesprochen. Doch wann ist eine Infusion medizinisch sinnvoll – und wann nicht?

Was versteht man unter einer Infusionstherapie?

Bei der Infusionstherapie werden ausgewählte Mikronährstoffe über die Vene direkt in den Blutkreislauf eingebracht. Dadurch umgehen sie den Magen-Darm-Trakt und stehen dem Körper unmittelbar zur Verfügung.

Dieser Unterschied ist relevant, da oral eingenommene Präparate nicht immer vollständig aufgenommen werden. Faktoren wie Darmgesundheit, Wechselwirkungen oder individuelle Stoffwechsellagen können die Bioverfügbarkeit deutlich beeinflussen.

Wichtig ist jedoch: Eine Infusionstherapie ist kein Ersatz für eine ausgewogene Lebensweise, sondern kann – bei klarer Indikation – eine gezielte Ergänzung darstellen.

Warum Infusionen anders wirken als Tabletten

Ein zentraler Unterschied liegt im sogenannten First-Pass-Effekt: Oral aufgenommene Substanzen werden zunächst über Leber und Darm verstoffwechselt, bevor sie systemisch wirken können.

Infusionen ermöglichen dagegen:

  • eine direkte Verfügbarkeit im Blut,
  • eine kontrollierte Dosierung,
  • sowie eine zeitlich klar definierte Versorgung.

 

Gerade bei erhöhtem Bedarf oder eingeschränkter Aufnahme kann dieser Weg medizinisch sinnvoll sein – vorausgesetzt, er wird individuell geplant.

In welchen Situationen kann eine Infusionstherapie erwogen werden?

Infusionstherapien werden häufig in folgenden Kontexten diskutiert:

  • anhaltende körperliche oder mentale Belastung
  • Phasen erhöhter Stressbelastung
  • Regeneration nach Erkrankungen
  • erhöhter Mikronährstoffbedarf
  • ergänzend im medizinisch-ästhetischen Umfeld

 

Entscheidend ist dabei immer die Frage nach der Ursache der Beschwerden. Nicht jede Müdigkeit oder Leistungsminderung ist automatisch auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen.

Wann ist eine Infusionstherapie nicht sinnvoll?

Ein wesentlicher Bestandteil seriöser Aufklärung ist auch die Abgrenzung. Eine Infusionstherapie ist nicht angezeigt:

  • bei unklaren Beschwerden ohne vorherige medizinische Abklärung
  • als „Vorsorgemaßnahme auf Verdacht“
  • als Ersatz für Schlaf, Ernährung oder Stressreduktion
  • bei pauschalen Standardkonzepten ohne individuelle Anpassung

 

Gerade bei unspezifischen Symptomen sollte zunächst geklärt werden, ob andere medizinische oder lebensstilbedingte Faktoren im Vordergrund stehen.

Infusionstherapie zwischen medizinischem Anspruch und Lifestyle-Trend

In den vergangenen Jahren hat sich rund um Infusionen ein Lifestyle-Trend entwickelt – befeuert durch soziale Medien und prominente Vorbilder. Dabei geraten medizinische Grundprinzipien mitunter in den Hintergrund.

Standardisierte „Vitamin-Cocktails“ ohne Anamnese oder individuelle Zielsetzung entsprechen jedoch nicht dem medizinischen Anspruch einer Infusionstherapie. Entscheidend ist nicht die Menge der Inhaltsstoffe, sondern deren gezielte Auswahl und sinnvolle Einbettung in ein Gesamtkonzept.

Welche Wirkstoffe kommen typischerweise zum Einsatz?

Je nach Zielsetzung können unterschiedliche Substanzen Bestandteil einer Infusion sein, darunter:

  • Vitamine (z. B. Vitamin C, B-Vitamine)
  • Spurenelemente wie Zink oder Magnesium
  • Aminosäuren
  • antioxidative Substanzen

 

Die Auswahl sollte stets individuell erfolgen und sich an Bedarf, Verträglichkeit und Gesamtsituation orientieren.

Infusionstherapie und Hautgesundheit – medizinisch betrachtet

Die Haut ist eng mit Stoffwechsel- und Regenerationsprozessen verknüpft. Mikronährstoffe spielen unter anderem eine Rolle bei:

  • Zellteilung und -erneuerung
  • Kollagen- und Elastinbildung
  • Schutz vor oxidativem Stress

 

Aus diesem Grund wird die Infusionstherapie im medizinisch-ästhetischen Kontext zunehmend als begleitende Maßnahme eingesetzt – nicht als isolierte Lösung, sondern als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes.

Infusionen im medizinisch-ästhetischen Gesamtkonzept

In qualitätsorientierten Konzepten steht nicht die einzelne Maßnahme im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: äußere Behandlungen, innere Versorgung, Lebensstil und medizinische Begleitung.

Bei Skinmedic by Dr. Tischler ist die Infusionstherapie in ein solches medizinisch-ästhetisches Gesamtkonzept eingebettet. Die räumliche und fachliche Nähe zur ärztlichen Praxis ermöglicht eine strukturierte Einschätzung und individuelle Planung.

Weitere Informationen zur Infusionstherapie finden sich hier:

Ärztliche Einordnung

Infusionstherapien sollten weder routinemäßig noch trendgetrieben eingesetzt werden. Ihr Nutzen ergibt sich aus der individuellen Situation, einer klaren Zielsetzung und der fachlichen Begleitung. Richtig eingeordnet, können sie eine sinnvolle Ergänzung darstellen – falsch angewendet, bleiben sie wirkungslos.

Fazit zur Infusionstherapie

Die Infusionstherapie ist kein Allheilmittel, aber auch kein reiner Lifestyle-Trend. Sie kann in bestimmten Situationen medizinisch sinnvoll sein, insbesondere wenn sie individuell geplant und in ein ganzheitliches Konzept eingebettet wird. Eine fundierte Aufklärung und realistische Erwartungshaltung sind dabei entscheidend. Sprechen Sie uns gerne dazu in unserer Dortmunder Praxis an oder vereinbaren Sie direkt einen Termin bei Skinmedic.

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Dr. med.

Max Tischler

Facharzt für Dermatologie + Allergologie