Photodynamische Therapie (PDT) bei Hautkrebsvorstufen – Schonende Behandlung aktinischer Keratosen

Veröffentlicht: 14. Juli 2026
PDT Hautkrebsvorstufen

Viele Patientinnen und Patienten sind zunächst überrascht, wenn sie erfahren, dass eine kleine raue Hautstelle bereits eine Hautkrebsvorstufe sein kann.

Denn aktinische Keratosen verursachen häufig weder Schmerzen noch andere Beschwerden. Oft fühlen sie sich lediglich etwas rau an oder fallen durch eine leicht schuppige Hautstelle auf. Gerade deshalb werden sie leicht übersehen oder für harmlose Altersveränderungen gehalten.

Tatsächlich handelt es sich jedoch um chronische UV-Schäden der Haut, die über viele Jahre entstehen. Bleiben sie unbehandelt, können sich einzelne dieser Veränderungen zu einem sogenannten Plattenepithelkarzinom – einer Form des weißen Hautkrebses – weiterentwickeln.

Die gute Nachricht ist: Werden Hautkrebsvorstufen frühzeitig erkannt, stehen heute verschiedene wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine besonders gewebeschonende Methode ist die photodynamische Therapie (PDT). Sie ermöglicht es, nicht nur sichtbare Hautveränderungen zu behandeln, sondern häufig auch bereits geschädigte Hautareale, die mit bloßem Auge noch unauffällig erscheinen.

Gerade bei mehreren aktinischen Keratosen im Gesicht oder auf der Kopfhaut bietet die PDT deshalb in vielen Fällen und gerade bei großen Flächen eine effektive Alternative zu operativen Eingriffen.

Kurz erklärt

Aktinische Keratosen

✔ gelten als Hautkrebsvorstufen

✔ entstehen durch jahrelange UV-Strahlung

✔ treten vor allem im Gesicht, auf der Kopfhaut, an den Ohren und Handrücken auf

✔ sollten dermatologisch untersucht und behandelt werden

✔ können häufig mit einer photodynamischen Therapie (PDT) behandelt werden

Was sind Hautkrebsvorstufen?

Nicht jede auffällige Hautveränderung ist automatisch Hautkrebs.

Es gibt jedoch Veränderungen, bei denen einzelne Hautzellen bereits dauerhaft geschädigt sind und sich nicht mehr normal verhalten. Diese Zellveränderungen werden als Hautkrebsvorstufen bezeichnet.

Die häufigste Form ist die aktinische Keratose.

Sie entsteht durch chronische UV-Strahlung und entwickelt sich meist über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte. Besonders betroffen sind Körperstellen, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind.

Dazu gehören vor allem:

  • Stirn
  • Nase
  • Wangen
  • Ohren
  • unbehaarte Kopfhaut
  • Dekolleté
  • Unterarme
  • Handrücken

Aktinische Keratosen zählen zu den häufigsten dermatologischen Erkrankungen bei älteren Erwachsenen. Besonders Menschen mit heller Haut, intensiver beruflicher Sonnenexposition oder häufigen Sonnenbränden haben ein erhöhtes Risiko.

Obwohl sich nicht jede aktinische Keratose zu Hautkrebs entwickelt, gilt sie als Vorstufe eines Plattenepithelkarzinoms. Deshalb empfehlen dermatologische Leitlinien in der Regel eine Behandlung.

Wie entstehen aktinische Keratosen?

Viele Patient:innen glauben, dass Hautkrebsvorstufen plötzlich entstehen. Tatsächlich beginnt dieser Prozess oft Jahrzehnte früher.

Mit jeder intensiven Sonnenexposition entstehen kleine Schäden im Erbgut der Hautzellen. Unser Körper verfügt zwar über ausgeklügelte Reparaturmechanismen, die einen Großteil dieser Veränderungen wieder beheben können. Werden die Hautzellen jedoch über viele Jahre immer wieder ultravioletter Strahlung ausgesetzt, sammeln sich zunehmend bleibende DNA-Schäden an.

Mit der Zeit verlieren einzelne Zellen die Fähigkeit, sich kontrolliert zu erneuern. Statt gesunder Haut entstehen Bereiche mit dauerhaft veränderten Zellen – die aktinische Keratose entwickelt sich.

Deshalb sprechen Dermatolog:innen häufig auch von der „Erinnerung der Haut“: Die Folgen intensiver Sonnenexposition zeigen sich oft erst viele Jahre später.

Woran erkennt man eine aktinische Keratose?

Aktinische Keratosen sehen nicht immer gleich aus. Viele Veränderungen sind anfangs kaum sichtbar und fallen zunächst eher durch ihre raue Oberfläche auf als durch ihre Farbe.

Typische Merkmale sind:

  • raue, sandpapierartige Hautstellen
  • feine Schuppung
  • rötliche oder hautfarbene Veränderungen
  • fest haftende Schuppen oder Krusten
  • gelegentlich leichte Druckempfindlichkeit

Nicht jede Veränderung weist alle diese Merkmale auf. Gerade frühe aktinische Keratosen lassen sich häufig besser ertasten als erkennen.

Daher gilt: Jede neu entstandene, dauerhaft raue oder schuppige Hautstelle an chronisch sonnenbelasteten Körperregionen sollte dermatologisch untersucht werden.

Warum Hautkrebsvorstufen behandelt werden sollten

Viele Betroffene fragen sich, warum eine Behandlung überhaupt notwendig ist, wenn die Hautveränderung keine Beschwerden verursacht. Der Grund liegt in ihrer biologischen Bedeutung.

Aktinische Keratosen bestehen aus dauerhaft veränderten Hautzellen. Ein Teil dieser Veränderungen kann sich im weiteren Verlauf zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln.

Welche einzelne Hautkrebsvorstufe sich tatsächlich weiterentwickelt, lässt sich derzeit jedoch nicht zuverlässig vorhersagen. Aus diesem Grund empfehlen Fachgesellschaften, aktinische Keratosen nicht lediglich zu beobachten, sondern frühzeitig zu behandeln.

Eine rechtzeitige Therapie kann dazu beitragen, das Risiko einer weiteren Entwicklung zu reduzieren und gleichzeitig größere Eingriffe zu vermeiden.

Die sichtbare Hautveränderung ist häufig nur die Spitze des Eisbergs

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der modernen Dermatologie lautet:

Die sichtbare aktinische Keratose ist häufig nicht die einzige geschädigte Stelle.

Durch jahrelange UV-Strahlung entstehen Veränderungen nicht nur dort, wo bereits eine raue Hautstelle sichtbar ist. Oft befinden sich im umliegenden Hautareal bereits weitere geschädigte Zellen, obwohl die Haut äußerlich noch völlig gesund erscheint.

Dermatolog:innen sprechen in diesem Zusammenhang von einer Feldkanzerisierung (Cancerization Field).

Man kann sich dieses Prinzip wie einen Rasen vorstellen.

Die sichtbare aktinische Keratose entspricht einem einzelnen Unkraut. Die eigentlichen Samen befinden sich jedoch bereits im gesamten Boden. Entfernt man nur die sichtbare Pflanze, können später an anderer Stelle neue Veränderungen entstehen.

Ganz ähnlich verhält es sich bei chronischen UV-Schäden der Haut. Neben den sichtbaren Hautkrebsvorstufen sind häufig bereits weitere Hautzellen verändert, ohne dass sie mit bloßem Auge erkannt werden können.

Genau deshalb konzentriert sich die moderne Behandlung häufig nicht nur auf einzelne Hautveränderungen, sondern auf das gesamte geschädigte Hautfeld.

Die photodynamische Therapie gehört zu den wichtigsten Verfahren, um diese sogenannte Feldkanzerisierung gezielt zu behandeln.

Warum wird nicht jede Hautkrebsvorstufe operiert?

Viele Patient:innen gehen zunächst davon aus, dass jede Hautkrebsvorstufe operativ entfernt werden muss.

Tatsächlich ist eine Operation bei bestimmten Hauttumoren unverzichtbar. Insbesondere invasive Formen des weißen Hautkrebses werden in der Regel chirurgisch entfernt.

Bei aktinischen Keratosen sieht die Situation jedoch häufig anders aus. Oft liegen nicht nur einzelne Hautveränderungen vor. Gerade im Gesicht, auf der unbehaarten Kopfhaut oder am Dekolleté finden sich häufig zahlreiche kleine aktinische Keratosen innerhalb eines größeren UV-geschädigten Hautareals.

Würde jede einzelne Veränderung operativ entfernt werden, wären oftmals mehrere Eingriffe notwendig – mit entsprechenden Narben und ohne die bereits geschädigte Umgebungshaut zu behandeln.

Genau hier setzt die photodynamische Therapie an. Sie gehört zu den sogenannten feldgerichteten Therapien. Das bedeutet, dass nicht ausschließlich einzelne sichtbare Hautveränderungen behandelt werden, sondern das gesamte chronisch sonnengeschädigte Hautareal.

Dadurch können neben den sichtbaren aktinischen Keratosen auch frühe Zellveränderungen erfasst werden, die mit bloßem Auge noch nicht erkennbar sind.

Was ist die photodynamische Therapie (PDT)?

Die photodynamische Therapie ist ein seit vielen Jahren etabliertes dermatologisches Verfahren zur Behandlung aktinischer Keratosen und weiterer ausgewählter oberflächlicher Hautveränderungen.

Dabei werden drei Bestandteile miteinander kombiniert:

  • ein lichtempfindlicher Wirkstoff,
  • Sauerstoff in der Haut,
  • und Licht einer definierten Wellenlänge.

Zunächst erfolgt eine Lasertherapie der betroffenen Haut – hierbei werden oberflächliche “Löcher” in die Haut eingebracht, damit die später aufgetragene Creme auch genau die Zellen erreichen kann, die erreicht werden müssen. Danach wird eine spezielle Creme auf die betroffenen Hautareale aufgetragen. Der enthaltene Wirkstoff reichert sich bevorzugt in den veränderten Hautzellen an.

Anschließend wird die Haut mit speziellem LED-Licht (Tageslicht-Wellenlängen) bestrahlt. Erst durch diese Belichtung entsteht die eigentliche therapeutische Wirkung. Die Creme, die zuvor über die mit dem Laser erzeugten, feinen Hautkanäle in die geschädigten Zellen eingedrungen ist, wird durch das LED-Licht aktiviert. Die betroffenen Zellen werden gezielt geschädigt und anschließend vom Körper nach und nach abgebaut. Gleichzeitig bleibt das umliegende gesunde Gewebe genauso wie die gesunden Zellen, die die Creme nicht aufnehmen, weitgehend erhalten.

Gerade in kosmetisch empfindlichen Regionen wie Gesicht, Kopfhaut oder Dekolleté stellt dies einen wichtigen Vorteil dar.

Wie läuft eine photodynamische Therapie ab?

Vor jeder Behandlung erfolgt zunächst eine gründliche dermatologische Untersuchung.

Dabei beurteilen wir,

  • ob tatsächlich aktinische Keratosen vorliegen,
  • wie ausgeprägt die Sonnenschäden sind,
  • ob eine Feldtherapie sinnvoll ist,
  • und ob die PDT die geeignete Behandlungsform darstellt.

Vorbereitung der Haut

Vor Beginn der Behandlung werden stärkere Verhornungen oder Schuppen vorsichtig entfernt. Dadurch kann der Wirkstoff gleichmäßiger in die veränderten Hautzellen eindringen und es erfolgt eine alkoholische Hautdesinfektion. 

Vorbereitende Laserbehandlung

Durch eine Laserbehandlung, die insgesamt sehr schmerzarm ist, werden kleine Kanäle oder winzige Löcher in die betroffene Haut eingebracht, damit darüber der Wirkstoff bestmöglich zu den geschädigten Zellen gelangen kann. Dieses Verfahren wird häufig auch als Power-PDT oder Laser-Assistiertes-Drug-Delivery (LADD) bezeichnet und ist sehr effektiv – für uns die Standard-Behandlung.

Auftragen des Wirkstoffs

Anschließend wird eine Creme mit einem lichtempfindlichen Wirkstoff auf die betroffenen Hautareale aufgetragen. Je nach verwendetem Präparat muss diese zunächst für eine bestimmte Zeit einwirken. Währenddessen reichert sich der Wirkstoff bevorzugt in den veränderten Hautzellen an. Die bei uns in der Praxis verwendete Creme muss in der Regel über 30min in die Haut einziehen. Während dieser Zeit kann eine Zeitschrift gelesen werden, ein Kaffee getrunken werden oder einfach die Zeit am Handy (wir haben  auch kostenfreies Patienten-WLAN in der Praxis) verbracht werden.

Belichtung

Nach der Einwirkzeit erfolgt die Bestrahlung mit einer speziellen Tageslicht-LED-Lampe. Dabei wird der Wirkstoff aktiviert und entfaltet seine therapeutische Wirkung in den geschädigten Zellen. Die eigentliche Belichtung dauert in der Regel 60 Minuten. 

Tut eine PDT weh?

Diese Frage beschäftigt viele Patient:innen bereits vor der ersten Behandlung.

Die Antwort lautet: Während der Belichtung – gerade in den ersten 3-5 Minuten – kann die Behandlung unangenehm sein. Typischerweise werden ein Brennen, Stechen oder ein intensives Wärmegefühl beschrieben. Wie stark diese Beschwerden ausfallen, unterscheidet sich jedoch deutlich von Person zu Person. Die Schmerzen oder das Hitzegefühl sind aber absolut aushaltbar und bessern sich nach den ersten 5 Minuten. In unserer Lampe in der Praxis ist eine zusätzliche Kühlung verbaut, was die Behandlung in der Regel deutlich angenehmer macht. Eine weitere Kühlungsmöglichkeit besteht darüber hinaus, wenn es mal “gar nicht” gehen sollte. 

Auch die behandelte Körperregion spielt eine Rolle. Im Gesicht oder auf der Kopfhaut wird die Behandlung häufig intensiver wahrgenommen als an anderen Körperstellen. Während der Bestrahlung können verschiedene Maßnahmen wie Kühlung oder kurze Pausen helfen, die Beschwerden zu reduzieren.

Nach Abschluss der Behandlung lassen die Schmerzen in der Regel rasch nach.

Uns ist eine ehrliche Aufklärung wichtig: Die PDT ist keine schmerzfreie Behandlung. Die Beschwerden sind jedoch zeitlich begrenzt und stehen für viele Patient:innen in einem guten Verhältnis zum therapeutischen Nutzen und sind sehr gut aushaltbar!

Welche Vorteile bietet die PDT?

Die photodynamische Therapie hat sich insbesondere bei großflächigen UV-Schäden und mehreren aktinischen Keratosen bewährt.

Zu ihren wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Behandlung ganzer sonnen­geschädigter Hautfelder
  • Therapie mehrerer Hautkrebsvorstufen in einer Sitzung
  • Erfassung auch mikroskopischer Zellveränderungen
  • Schonung des umliegenden gesunden Gewebes
  • meist sehr gute kosmetische Ergebnisse
  • in der Regel keine oder nur minimale Narbenbildung

Gerade im Gesicht spielt neben der medizinischen Wirksamkeit auch das kosmetische Ergebnis eine wichtige Rolle. Hier bietet die PDT häufig Vorteile gegenüber mehreren einzelnen operativen Eingriffen.

Wo liegen die Grenzen der PDT?

So wirkungsvoll die photodynamische Therapie ist – sie eignet sich nicht für jede Hautveränderung.

Bei dickeren aktinischen Keratosen, invasiven Hauttumoren oder bestimmten anderen Hauterkrankungen können alternative Verfahren sinnvoller sein.

Hierzu zählen beispielsweise:

Welche Therapie empfohlen wird, richtet sich immer nach Art, Ausdehnung und Lokalisation der Hautveränderung sowie den individuellen Voraussetzungen der Patientin oder des Patienten. Eine sorgfältige dermatologische Untersuchung bildet deshalb die Grundlage jeder Behandlung.

Was passiert nach der Behandlung?

In den Tagen nach der PDT reagiert die Haut mit einer gewollten Entzündungsreaktion.

Je nach behandelter Region und Ausprägung der Hautveränderungen können auftreten:

  • Rötungen,
  • Schwellungen,
  • Krustenbildung,
  • Schuppung,
  • Spannungsgefühl,
  • vorübergehendes Brennen.

Diese Reaktionen sind Teil des Heilungsprozesses und klingen meist innerhalb weniger Tage bis Wochen wieder ab.

Während dieser Zeit regeneriert sich die Haut schrittweise.

Was sollte man nach einer PDT beachten?

Nach der Behandlung ist die Haut besonders lichtempfindlich.

Vor allem in den ersten Tagen sollte direkte Sonneneinstrahlung konsequent vermieden werden.

Darüber hinaus empfehlen wir:

  • Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor,
  • konsequentes Tragen eines Hutes oder einer Kappe im Freien,
  • Verzicht auf Solarien,
  • schonende Hautpflege,
  • Krusten nicht eigenständig entfernen.

Eine sorgfältige Nachsorge unterstützt die Heilung und trägt zu einem möglichst guten kosmetischen Ergebnis bei.

Ist die PDT genauso wirksam wie eine Operation?

Diese Frage wird uns häufig gestellt. Die Antwort lautet: Es kommt auf den Befund an.

Bei aktinischen Keratosen gehört die photodynamische Therapie zu den etablierten und leitliniengerechten Behandlungsverfahren. Insbesondere bei mehreren Hautkrebsvorstufen oder großflächigen UV-Schäden bietet sie viele Vorteile, da nicht nur einzelne sichtbare Veränderungen, sondern auch das umliegende geschädigte Hautfeld behandelt werden können.

Anders verhält es sich bei bereits invasiven Hauttumoren. Hier ist die vollständige operative Entfernung in den meisten Fällen weiterhin die Behandlung der ersten Wahl. Sie ermöglicht eine sichere feingewebliche Untersuchung des entfernten Gewebes und bietet die besten Voraussetzungen für eine vollständige Tumorkontrolle.

Welche Therapie im individuellen Fall sinnvoll ist, entscheidet daher nicht die Methode, sondern der jeweilige Hautbefund.

Unser Ziel ist es nicht, möglichst häufig eine PDT durchzuführen, sondern die Behandlung zu empfehlen, die medizinisch den größten Nutzen bietet.

Können aktinische Keratosen nach der Behandlung wiederkommen?

Ja. Dabei ist es wichtig, zwischen zwei Situationen zu unterscheiden.

Zum einen können bereits behandelte Hautareale erneut Veränderungen entwickeln. Zum anderen können an anderen chronisch sonnenbelasteten Hautstellen neue aktinische Keratosen entstehen.

Der Grund dafür ist, dass die Haut häufig bereits über viele Jahre UV-Strahlung ausgesetzt war. Auch wenn vorhandene Hautkrebsvorstufen erfolgreich behandelt wurden, bleibt die Haut grundsätzlich sonnengeschädigt. Die PDT behandelt bestehende Zellveränderungen – sie kann jedoch die bereits entstandenen UV-Schäden der vergangenen Jahrzehnte nicht rückgängig machen.

Gerade deshalb bleiben regelmäßige Hautkrebskontrollen auch nach einer erfolgreichen Behandlung ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge.

Was können Sie selbst tun?

Die wichtigste Maßnahme besteht darin, die Haut künftig konsequent vor weiterer UV-Strahlung zu schützen.

Dazu gehören insbesondere:

  • täglicher Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor,
  • direkte Mittagssonne möglichst meiden,
  • Kopfbedeckung und schützende Kleidung bei längeren Aufenthalten im Freien,
  • Verzicht auf Solarien,
  • regelmäßige dermatologische Hautkrebsvorsorge.

Ebenso sinnvoll ist es, die eigene Haut regelmäßig selbst zu beobachten.

Neue raue, schuppige oder dauerhaft gerötete Hautstellen sollten frühzeitig dermatologisch untersucht werden.

Dermatologischer Hinweis

Nicht jede raue Hautstelle ist automatisch eine aktinische Keratose.

Umgekehrt gilt jedoch auch: Nicht jede aktinische Keratose ist bereits mit bloßem Auge eindeutig zu erkennen.

Gerade frühe Hautkrebsvorstufen fallen häufig zunächst nur durch eine leicht raue Oberfläche auf. Deshalb empfehlen wir, neu entstandene oder dauerhaft bestehende Hautveränderungen an chronisch sonnenbelasteten Körperstellen immer dermatologisch abklären zu lassen.

Fazit: Früh erkennen – schonend behandeln

Aktinische Keratosen gehören zu den häufigsten Hautkrebsvorstufen und entstehen meist als Folge jahrzehntelanger UV-Belastung.

Die photodynamische Therapie bietet die Möglichkeit, nicht nur einzelne sichtbare Hautveränderungen, sondern häufig auch das gesamte geschädigte Hautfeld zu behandeln. Dadurch eignet sie sich besonders für Patient:innen mit mehreren aktinischen Keratosen oder ausgeprägten Sonnenschäden im Gesicht, auf der Kopfhaut oder am Dekolleté.

Entscheidend ist jedoch immer eine individuelle dermatologische Untersuchung.

Nicht jede Hautveränderung eignet sich für eine PDT, und nicht jede Hautkrebsvorstufe muss gleich behandelt werden. Ebenso ersetzt die PDT bei invasivem Hautkrebs in der Regel keine Operation.

Eine sorgfältige Diagnostik und eine individuell abgestimmte Therapie bilden daher die Grundlage jeder erfolgreichen Behandlung.

Ihr nächster Schritt

Sie haben eine dauerhaft raue oder schuppige Hautstelle bemerkt oder Ihnen wurde bereits eine aktinische Keratose diagnostiziert?

In einem persönlichen Termin untersuchen wir Ihre Haut sorgfältig und besprechen gemeinsam, welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist.

Nicht jede Hautveränderung erfordert eine photodynamische Therapie – entscheidend ist eine sichere Diagnose und ein auf Ihren Befund abgestimmtes Behandlungskonzept.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin zur dermatologischen Untersuchung und Beratung.

Häufige Fragen zur photodynamischen Therapie (PDT)

Ist eine aktinische Keratose bereits Hautkrebs?

Nein. Sie gilt als Hautkrebsvorstufe. Da sich einzelne aktinische Keratosen zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln können, wird in der Regel eine Behandlung empfohlen.

Tut eine PDT weh?

Während der Belichtung können Brennen oder Hitzegefühle auftreten. Wie stark diese Beschwerden empfunden werden, ist individuell unterschiedlich. Nach Abschluss der Behandlung lassen sie meist rasch nach.

Wie lange dauert die Heilung?

Die Haut regeneriert sich in der Regel innerhalb weniger Tage bis Wochen. Typisch ist ein Heilungsverlauf über 7-14 Tage. Rötungen, Krusten oder Schuppungen gehören häufig zum normalen Heilungsverlauf.

Bleiben Narben zurück?

Da die PDT das Gewebe weitgehend schont, entstehen in den meisten Fällen keine oder nur minimale Narben. Deshalb eignet sich die Behandlung besonders für kosmetisch sensible Bereiche wie das Gesicht.

Kann ich nach der PDT arbeiten?

Das hängt vor allem vom behandelten Hautareal und der sichtbaren Hautreaktion ab. Medizinisch ist eine längere Ausfallzeit meist nicht erforderlich. Im Gesicht können die vorübergehenden Rötungen oder Krusten jedoch individuell als störend empfunden werden.

Wann darf ich wieder in die Sonne?

Direkte Sonneneinstrahlung sollte unmittelbar nach der Behandlung konsequent vermieden werden. Auch langfristig ist ein zuverlässiger Sonnenschutz wichtig, um neue UV-Schäden zu verhindern.

Kann eine PDT mehrfach durchgeführt werden?

Ja. Je nach Hautbefund kann eine Wiederholung der Behandlung sinnvoll sein. Dies wird im Rahmen der dermatologischen Verlaufskontrollen individuell entschieden. Wir empfehlen in der Regel 2 Sitzungen im Abstand von ca. 8-12 Wochen. 

Ist die PDT besser als eine Vereisung?

Beide Verfahren haben ihre Berechtigung. Während sich die Kryotherapie häufig für einzelne aktinische Keratosen eignet, bietet die PDT Vorteile bei mehreren Hautveränderungen oder einer ausgeprägten Feldkanzerisierung.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ob die Kosten übernommen werden, hängt unter anderem von der Diagnose, der Art der Behandlung und Ihrer Krankenversicherung ab. Gerne informieren wir Sie hierzu im persönlichen Beratungsgespräch.

Kann ich neuen Hautkrebsvorstufen vorbeugen?

Ja. Konsequenter Sonnenschutz, regelmäßige Hautkrebsvorsorge und eine frühzeitige Abklärung neuer Hautveränderungen tragen wesentlich dazu bei, weitere UV-Schäden und neue aktinische Keratosen möglichst früh zu erkennen oder zu vermeiden.

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Dr. med.

Max Tischler

Facharzt für Dermatologie + Allergologie